Zur Geschichte unserer Lapplandtouren


Im Jahr 1969, ich war am Kepler-Gymnasium in Tübingen, habe ich mit 2 Klassenkameraden eine Interrail-Tour durch Skandinavien unternommen: Wir sind mit dem Zug über Oslo und Trondheim nach Narvik gefahren und von dort mit der Eisenerzbahn via Abisko und Kiruna nach Gällivare gekommen. Dort bekamen wir einen ersten Einblick in die Bergwelt Nordschwedens, die wir auch mit der Inlandsbahnen ein wenig auf uns wirken ließen. Wir fuhren dann weiter nach Finnland und über Helsinki und Stockholm wieder zurück .


Nach meinem Abitur im Jahr 1972 fragte mich mein Vater nach einem Wunsch. Da ich von ihm seine Wanderbegeisterung geerbt habe (wir waren viel auf der Schwäbischen Alb unterwegs), schlug ich vor, eine Tour auf dem Kungsleaden in Schwedisch-Lappland zu unternehmen von Kvikkjokk nach Nikkaluokta. Das haben wir dann auch gemacht zusammen mit meinem Bruder Albrecht. Wie wir über den See Laitaure bei Aktse gerudert sind, konnten wir einen Blick in den Nationalpark Sarek werfen - und das hat es mir angetan: da will ich mal rein!


Aber erst mal galt es, das Studium zu meistern! Dabei hatte ich allerdings Zeit, meine Wanderausrüstung zu verbessern, indem ich Fjällräven-Produkte aus Schweden importiert habe (so richtig mit Zoll usw.).


Vor dem Studium lernte ich in Imshausen meine Frau Andrea kennen und ich konnte sie auch für das Wandern begeistern - im Bayerischen Wald und im Schwarzwald (meine Schwiegereltern meinten, sie hätten das nicht geschafft!). Zu unserer Verlobung gab es dann auch ein kleines Fjällräven-Expeditionszelt.


Nach der Geburt unseres ersten Kindes Benjamin wollten wir dann unbedingt eine Tour in Lappland machen und fuhren mit dem halbjährigen Benjamin los. Zur Beruhigung sagten wir allen Leuten: in maximal einem Tag seien wir zumindest an einem Nottelefon! Andrea mit Kind im Tragetuch und Rucksack und ich mit dem Restgepäck (Zelt, Schlafsäcke, Essen) kamen wir ca. 2 Tagesmärsche Richtung Sarek voran - dann schlief das Kind durch die Mitternachtssonne nicht mehr richtig und wir mussten abbrechen. Das war 1979.


Dann kamen erst mal die anderen Kinder und es gab auch beruflich viel zu tun, keine Zeit für solche Expeditionen. Erst 2004 meinte ich mal, bevor ich zu alt bin, möchte ich nun aber durch den Sarek wandern - und meine 4 älteren Kinder sagten, sie wollen mit. Also planten wir zu fünft die Tour mit viel neuer Ausrüstung quer durch den Nationalpark Sarek (der letzten ursprünglichen Wildnis in Europa) und anschließend den Nordkalottleaden und Kungsleaden nach Abisko - was wir auch schafften!


Dieses Erlebnis wollte ich nun mit Andrea teilen und wir entdeckten diese Wanderungen als Quelle neuer Energie (trotz aller Strapazen und Mücken) und als Bereicherung in unserem Leben! Von nun an haben wir ungefähr alle 2 Jahre eine Tour in Nordschweden unternommen, kreuz und quer und durch alle Nationalparks hindurch. Manchmal war ich auch alleine unterwegs, einmal mit Tochter Veronika.


Christoph Stockmayer